Pflanzliche Öle : Wie sie dem Körper schaden

Der Konsum pflanzlicher Öle wie Maiskeimöl, Sonnenblumenöl oder Rapsöl ist aus mehreren Gründen problematisch – nicht nur, weil diese industriell stark verarbeitet sind (hier kann man sich den Herstellungsprozess von Rapsöl ansehen).

ZU VIELE MEHRFACH UNGESÄTTIGTE FETTSÄUREN/OMEGA-6-FETTSÄUREN

Bis zum Beginn der Landwirtschaft vor. ca. 10.000 Jahren war der Konsum von Omega-6-Fettsäuren bzw. das Verhältnis zwischen Omega-6 und Omega-3 Fettsäuren um ein Vielfaches niedriger, u.a. durch den hohen Konsum von Omega-3-haltigem Fisch, Schalentieren und Wild, sowie fehlenden Omega-6-Quellen. Das Verhältnis in der damaligen Ernährung wird auf <2 geschätzt (d.h. weniger als 2:1).

Heute, v.a. aufgrund des hohen Verzehrs von Omega-6-Fettsäuren aus pflanzlichen Ölen, Margarine sowie Fleisch aus intensiver Tierhaltung, das durch die Fütterung einen höheren Gehalt aufweist, beträgt das Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 in Ländern mit westlicher Ernährungsweise ca. 15-171., bei noch lebenden Naturvölkern sind es ca. 2-3. Diese Ratio ist insofern aussagekräftig, als dass Omega-3-Fettsäuren bis zu einem gewissen Grad den negativen Effekten der Omega-6-Fettsäuren entgegenwirken (in höheren Mengen sind sie jedoch ebenfalls toxisch).

OXIDATIVE WIRKUNG

Omega-6-Fettsäuren wirken im Organismus entzündungsfördernd und gelten als Risikofaktor für Atherosklerose, Insulinresistenz sowie diverse Fehlfunktionen des Immunsystems. Das liegt an deren Kohlenstoff-Doppelbindungen, die stark zur Oxidation neigen und dadurch im Körper Schaden anrichten: Aldehyde, die DNA-Mutationen begünstigen, entstehen, LDL-Cholesterin oxidiert, Proteine werden in sogenannte ALEs (advanced lipoxidation end products) umgewandelt. In der Folge werden Mitochondrien der Skelettmuskulatur und der Leber (wo überschüssige Omega-6-Fettsäuren deponiert werden) geschädigt, was zur Schwäche, Abnahme der Ausdauer sowie Leberschäden führt. Die negativen Auswirkungen auf die Leber werden durch zusätzlichen Verzehr von Fruktose sowie Alkohol verstärkt. Darüber hinaus sind oxidierte LDL-Teilchen ein wichtiger Risikofaktor bei Atherosklerose. Es gibt ebenfalls Hinweise, dass hoher Omega-6-Konsum neurologische Störungen begünstigt, insbesondere in Hinsicht auf das Aggressionsverhalten sowie Entwicklung von Depressionen. Diese wurden jedoch noch nicht ausreichend erforscht.

Während ein Mangel an mehrfach ungesättigten Fettsäuren im Allgemeinen sehr selten vorkommt, zeigen Omega-6-Fettsäuren bereits bei leicht erhöhtem Konsum toxische Wirkung: Bis ca. 3% der täglichen Gesamtkalorienmenge ist der Omega-6-Konsum vermutlich unbedenklich und völlig ausreichend, um den niedrigen Bedarf des Körpers zu decken, über 4% treten jedoch Entzündungsreaktionen ein. Ab ca. 6% können die Fettsäuren nicht mehr schnell genug oxidiert werden und werden als im Körper v.a. als Fettgewebe abgelagert. In den USA werden durchschnittlich 9% der Gesamtenergie als Omega-6-Fettsäuren konsumiert.2

EVIDENZ IN STUDIEN

Die negativen Effekte einer an Omega-6-Fettsäuren reichen Ernährung wurden in zahlreichen Versuchen bestätigt:

In einer 5-jährigen Studie an 782 männlichen Probanden ernährte sich die Kontrollgruppe von vorwiegend tierischen Fetten, die Experimentalgruppe von pflanzlichen Ölen reich an Omega-6-Fettsäuren. Bei dieser konnte eine um 5% höhere Gewichtszunahme verzeichnet werden.3

In eine anderen Studie wurden Ratten mit drei verschiedenen Fettarten gefüttert (der Kalorienanteil aus Fett, Kohlenhydraten und Proteinen war bei allen Gruppen ansonsten gleich): Mit Rindertalg (Omega-6-arm), Olivenöl (mittelhoher Omega-6-Gehalt) sowie mit Omega-6-reichem Distelöl. Die Olivenöl-Gruppe nahm im Vergleich zur Rindertalg-Gruppe um 7,5% an Gewicht zu, die Distelöl-Gruppe um 12,3%.4

In einer weiteren Studie, die mit vier Gruppen von Ratten durchgeführt wurde, wurde der Fettanteil der Ernährung auf 52% gesetzt, wobei die Anteile an gesättigten sowie an mehrfach ungesättigten Fettsäuren (Omega-6-Fettsäuren) variierten. Je höher der Gehalt an mehrfach ungesättigten Fetten, desto höher war die Gewichtszunahme.5

Ende der 90er Jahre befolgten Probanden im Rahmen zweier Studien je fünf Wochen lang eine Diät reich an gesättigten, mehrfach ungesättigten, Omega-6 sowie Omega-3-Fettsäuren.6 Dabei wurde das Ausmaß der LDL-Oxidation gemessen, angegeben in TBARs (Nebenprodukte der Lipidperoxidation), wobei sich folgende Reihenfolge ergab:

Gesättigte Fettsäuren 1.15 / 0.89 (1996/1997)
Einfach ungesättigte Fettsäuren 1.15 / 1.06
Omega-6 1.51 / 1.56
Omega-3 1.69 / 1.70

Omega-3-Fettsäuren zeigen sich dabei am meisten anfällig für Oxidaion.

Auch in Bezug auf Lebererkrankungen wurden Versuche durchgeführt:

Mäuse mit induzierten Lebererkrankungen wurden entweder mit Maiskeimöl (57% Omega-6-Fettsäuren) oder mit Kokosöl (2% Omega-6, 92% gesättigte Fettsäuren) gefüttert, die jeweils 34% der Gesamtkalorien ausmachten. Die Kokosöl-Gruppe wies wesentlich weniger Leberverfettung, Entzündungen sowie abgestorbene Leberzellen auf.7

In einem anderen Versuch, der an Mäusen durchgeführt wurde, wurde eine Gruppe kohlenhydratreich ernährt, wobei sie 21% der Kalorien aus Maiskeimöl bezogen, die andere Gruppe kohlenhydratarm mit 71% der Kalorien aus Kokosöl oder Butter. Trotz anderer fehlender Nährstoffe, die für eine intakte Leberfunktion wichtig sind, blieb die zweite Gruppe gesund. Die Tiere der ersten Gruppe entwickelten dagegen zahlreiche Erkrankungen.8

Im Rahmen der EPIC-Studie fand man heraus, dass ein erhöhter Konsum von Omega-6-Fettsäuren aus pflanzlichen Ölen einen 2,5-fachen Anstieg des Risikos für Colitis ulcerosa (eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung) zur Folge hatte.9

Darüber hinaus gibt es eine gewisse Evidenz, dass Omega-6-reiche Öle die Entwicklung bestimmter Krebsarten begünstigen, u.a. Prostatakrebs.10 Bei Mäusen mit Tumoren führte eine Omega-6-reiche Diät ebenfalls zu einer 4-fach höheren Metastasenbildung, verglichen mit einer Diät reich an einfach ungesättigten Fettsäuren.11

Dass Omega-6-Fettsäuren das Immunsystem stimulieren (was u.a. zu Allergien führen kann) und entzündungsfördernd wirken, konnte ebenfalls belegt werden.12,13 Intrazelluläre Infektionen steigern außerdem das Risiko für Erkrankungen wie Morbus Alzheimer, Morbus Parkinson, multiple Sklerose sowie Atherosklerose.14

ESSENTIELLE FETTSÄUREN

Vielleicht werden nun einige einwenden, dass Omega-6 gemeinsam mit Omega-3 doch zu den sogenannten essentiellen Fettsäuren zählen. Essentiell bedeutet jedoch lediglich, dass sie vom Körper nicht produziert werden können und mit der Nahrung aufgenommen werden müssen, und nicht, dass wir besonders große Mengen davon benötigen – bei mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist das Gegenteil der Fall (etwa 2 – 5% der Gesamtkalorien genügen). Die wichtigsten Fettsäuren kann der Körper selbst herstellen.

HOHE VERDERBANFÄLLIGKEIT

Dadurch, dass mehrfach ungesättigte Fettsäuren im Gegensatz zu gesättigten Fetten eine instabile Struktur aufweisen und sehr leicht oxidieren, werden sie durch die Einwirkung von Hitze, Sauerstoff sowie Licht unter Umständen ranzig, bevor sie überhaupt in den Körper gelangen, was die negative Wirkung im Organismus noch verstärkt. Es wird angenommen, dass ein Teil der Öle bereits im den Supermarktregalen nicht mehr einwandfrei ist. Spätestens nach dem Öffnen verderben Öle relativ schnell, wobei Oxidation bereits dann stattfinden kann, bevor man den typischen ranzigen Geruch wahrnimmt oder der Geschmack beeinträchtigt wird.

ALTERNATIVEN

Aus diesen Gründen wäre es ratsam, auf die meisten pflanzlichen Öle sowie Lebensmittel, die diese enthalten, zu verzichten, und stattdessen alternative Fette wie Kokosöl, Olivenöl (relativ arm an Omega-6-Fettsäuren, sollte jedoch nicht hocherhitzt werden, da sich krebserregende Schadstoffe bilden können), Palmöl, Butter, Ghee/Butterschmalz oder Schmalz zu verwenden.

Unbenannt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1 Vgl. Lindeberg, Staffan, MD, PhD: Food and Western Disease. Wiley-Blackwell 2010, S. 46.

2 Vgl. Jaminet, Paul, Ph.D., Jaminet, Shou-Ching, Ph.D.: Perfect Health Diet. Scribner 2013, S. 116.

3 http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/5900208?dopt=AbstractPlus

4 http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8463854?dopt=AbstractPlus

5 http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18070879?dopt=AbstractPlus

6 http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8911273?dopt=AbstractPlus

7 http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20509914?dopt=AbstractPlus

8 http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17313679?dopt=AbstractPlus

9 http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19628674?dopt=AbstractPlus

10 http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20172549?dopt=AbstractPlus

11 http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19183472?dopt=AbstractPlus

12 http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19221048?dopt=AbstractPlus

13 http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18258646?dopt=AbstractPlus

14 Vgl. Jaminet, Paul, Ph.D., Jaminet, Shou-Ching, Ph.D.: Perfect Health Diet. Scribner 2013, S. 119.

Advertisements

Ein Gedanke zu “Pflanzliche Öle : Wie sie dem Körper schaden

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s